Das alte Dietfurt

Bilick vom Sommerhaus aufs DorfBilick vom Sommerhaus aufs DorfDietfurt ist ein malerisches Dorf im südlichen Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen. Es ist ein Ortsteil der Thermalbadstadt Stadt Treuchtlingen und liegt direkt an den Ufern der  fischreichen Altmühl. Der Ort blickt auf eine bewegte Geschichte und wegen seiner geografischen Lage in eine so ferne Vergangenheit zurück, wie kaum ein Ort der Region.
Das breite Flussbett am südlichen Frankenalb-Abhang entstand in der geologischen Urzeit vor rund 15 Millionen Jahren, nachdem ein Meteorit das benachbarte Ries schuf und durch den Auswurf ein gewaltiger See im Bereich Dietfurt entstand. Vorher hatte der Urmain-Vorläufer von Nord nach Süd dieses Tal geformt. Nach der letzten Eiszeit (25.000 bis 20.000 Jahre v.Chr.) erfolgte der Anschluss des Obermains an das junge und aktivere Rheinsystem.
Der Mensch nutzte den Raum um Dietfurt seit jeher als Siedlungsraum. Davon zeugen steinzeitliche Funde in der Dietfurter Flur, zahlreiche Spuren der Kelten und auch der Römer. Unter den Gebäuden des Dorfes lag eine größere römische Siedlung.
Geschichtlich ist Dietfurt seit dem Jahr 802 schriftlich überliefert, als eine Adelige Raginsind, auch Reginsind genannt, It. einer Urkunde im Stiftsarchiv von St. Gallen Besitzerin von Pappenheim, Dietfurt und Schambach war und ihren ganzen Besitz und den ihres Sohnes Graf Peratold an das Kloster St. Gallen vermachte. Heimatforscher Ferdinand Pfeiffer stellte bei seinen Recherchen in den Regesten der frühen Marschälle aus dem Hause Pappenheim fest, dass bereits der Vater der Reginsind, Graf Germunt It. U.B.  von St. Gallen, um 780 Besitzer dieser Orte war. Regesten sind zeitlich geordnete Urkundenverzeichnisse. Folgedessen liegt nach den Urkundenvorlagen des Stiftarchives in St. Gallen die älteste urkundliche Überlieferung von Dietfurt im Jahre 780.
Gustav Adolf war vor OrtGustav Adolf war vor OrtIn späterer Zeit litt das Dorf durch zahlreiche Kriege. Im 30-jährigen Krieg lagerten die Schweden im Jahr 1632 auf den Acker- und Wiesenflächen rund um Dietfurt, später die Kaiserlichen. Der Schwedenkönig Gustav Adolf logierte während der Belagerung der Pappenheimer Burg mehrmals im Dietfurter Gasthaus. Die Bevölkerung, die mit Glück diesen Krieg überstanden hatte, wurde nochmals durch die ausbrechende Seuche der Pest dezimiert.
Nicht nur im 30-jährigen Krieg wurde Dietfurt schwer heimgesucht; eine nicht minder schwere Belastung, wenn auch nicht von derselben Dauer, brachte der spanische Erbfolgekrieg 1701 bis 1714. Mit 10.000 Mann besetzten die Franzosen am ersten Tag des Jahres 1704 die Herrschaft Pappenheim und besonders Dietfurt; Plünderungen und Brandschatzungen waren wiederum an der Tagesordnung. Die Einquartierung hielt vier Monate an. Eine Kanonenkugel aus dieser Kriegszeit war in dem Hoftorbogen des sogenannten alten Postgebäudes (Herzerbauer) eingefügt. Der Schanzgraben, der inzwischen überbaut wurde, und die Viereckschanze waren Relikte der Franzosen aus jenen Tagen. Im selben Jahr 1704 sammelten sich auch noch im Raum Dietfurt Österreicher und Reichstruppen gegen die Franzosen, sie campierten auf der Echerten.
Nach diesem Krieg entstand der Schnecken-Hof in seiner heutigen Form als Köblergut.
Kaum 100 Jahre später brachten die Napoleonischen Kriege Not und Elend ins Dorf. Die Durchzüge der Soldaten auf der Heerstraße Nürnberg-Augsburg blieben nicht ohne Plünderungen.